Das Wissensportal für IT-Professionals. Entdecke die Tiefe und Breite unseres IT-Contents in exklusiven Themenchannels und Magazinmarken.

heise conferences gmbh

(vormals SIGS DATACOM GmbH)

Rheinwerkallee 4, 53227 Bonn

Tel: +49 (0)511/5352-100

service-sigs@heise.de

Kurzmeldungen aus der BI-Welt September 2026

Author Image
Redaktion SIGS.de

Redaktion


  • 15.09.2026
  • Lesezeit: 6 Minuten
  • 27 Views

Snowflake führt einheitliches Monitoring für KI-Agenten ein

Snowflake hat neue Funktionen für die Überwachung und Kostenkontrolle von KI-Agenten vorgestellt. Das zentrale AI-Gateway gibt dabei Unternehmen Einblick, welche Agenten auf welche Daten und Modelle zugreifen. Hinzu kommen Tools für Token-Monitoring, Sicherheitsbarrieren gegen Prompt Injection und unbefugten Zugriff sowie Funktionen für sichere Interoperabilität zwischen Agenten. Die Erweiterungen zielen darauf ab, KI-Einsätze besser steuerbar zu machen, sobald Agenten in größerem Umfang produktiv laufen. Unternehmen erhalten damit eine Grundlage, um Governance und Kosteneffizienz auch bei wachsender Agentennutzung aufrechtzuerhalten. Die Kontrolle reicht damit über Dashboards und semantische Schichten hinaus bis in Prozesse, in denen KI-Agenten Daten lesen, anreichern und Folgeaktionen auslösen.


Actian schließt JaspersoftÜbernahme ab

Actian, die Data- und KI-Sparte von HCLSoftware, hat die Übernahme von Jaspersoft abgeschlossen. Jaspersoft gilt als weltweit führende Plattform für eingebettete und pixelgenaue Berichtserstellung. Die JasperReports Library zählt mit über einer Million Downloads pro Monat zu den meistgenutzten Open-Source-Projekten weltweit.

Jaspersoft ist in über 75 Ländern im Einsatz, die durchschnittliche Kundenbindung liegt bei fast einem Jahrzehnt. Die Open-Source-Grundlage bleibt erhalten, das Community-Forum aktiv. Actian plant, KI-gesteuerte Analysen zu integrieren, die Fragen in natürlicher Sprache verarbeiten und pixelgenaue Antworten liefern.

Die kombinierte Plattform vereint Datenverwaltung, Business Intelligence und KI in einer Umgebung. Actian ergänzt damit sein Portfolio um die fehlende Visualisierungsebene und deckt nun den kompletten Prozess von der Datenerfassung bis zur Aktivierung ab.

Für BI-Teams bedeutet die Integration: Berichte sitzen näher an der Datenbasis. Das senkt den Integrationsaufwand, stärkt Embedded Analytics in Fachanwendungen und verringert Brüche zwischen Datenhaltung, Reporting und Auswertung.

Mehr Informationen dazu :https://www.actian.com/de/blog/company/actian-adds-jaspersoft/


DataRobot reagiert auf Sovereign-AI-Krise

Ein US-Regierungserlass hat im Juni über Nacht den Zugang zu zwei KI-Modellen von Claude gekappt – ohne Vorwarnung, Übergangszeit oder Rechtsmittel für betroffene Organisationen. Der Vorfall hat Unternehmen in regulierten Branchen aufgeschreckt und die Frage aufgeworfen: Wer kontrolliert eigentlich unsere KI, die Daten und die Infrastruktur?

DataRobot reagiert darauf mit Updates seiner Agent Workforce Platform, die nach Herstellerangaben die einzige agentische KI-Plattform ist, die vollständig außerhalb der Public Cloud läuft. Die Plattform unterstützt On-Premises-, Air-Gap-, Virtual-Private-Cloud- und Multi-Cloud-Deployments mit einheitlicher Governance und Kontrolle. Die Plattform wurde mit NVIDIA zusammen entwickelt und für Infrastruktur von Dell und Nebius validiert.

Venky Veeraraghavan, Chief Product Officer bei DataRobot: "Wenn Sie Ihre Modelle, Infrastruktur und Governance nicht besitzen, besitzen Sie Ihre KI nicht vollständig."

Venky Veeraraghavan, Chief Product Officer bei DataRobot: "Wenn Sie Ihre Modelle, Infrastruktur und Governance nicht besitzen, besitzen Sie Ihre KI nicht vollständig."

Die Positionierung richtet sich gegen Hyperscaler, deren regionale Cloud-Angebote nur langsam am Markt erscheinen, hohe Betriebskosten verursachen und nur einen Bruchteil der Services der Hauptregionen bieten. DataRobot erlaubt Unternehmen stattdessen, eigene Modelle einschließlich Open-Source-Varianten auf eigener Infrastruktur zu betreiben – ohne Abhängigkeit von Drittanbietern.

Besonders dringlich ist diese Kontrolle für Finanzdienstleister unter regulatorischer Aufsicht, Verteidigungs- und Geheimdienstorganisationen sowie Gesundheitssysteme mit Datenresidenz-Pflichten. Für diese Branchen reicht die beste KI-Plattform nicht aus, solange ein Dritter über Zugang und Verfügbarkeit entscheidet.


Die Zukunft der Data Analytics bis 2030

Gartner hat beim Data & Analytics Summit in Sydney die wichtigsten Trends für die kommenden Jahre vorgestellt. Die Analysten prognostizieren, dass über 10 Prozent der Unternehmen bis 2030 KI-zentriert sein und ihre Wettbewerber damit beim Einsatz von Agenten, Semantik und konvergierten Daten-Analytics-Plattformen übertreffen werden. Die Trendliste betont mehrere Schwerpunkte:

  • Sovereign AI macht Datensouveränität zum kritischen Faktor
  • Decision Governance soll die Risiken durch den Einsatz von Agenten reduzieren
  • AI Governance Platforms schaffen die notwendigen Kontrollstrukturen
  • Agentic Data Streaming und Agentic Data Management ermöglichen die Datenversorgung für autonome Systeme in Echtzeit
  • GraphRAG unterstützt komplexe Aufgabenstellungen bei Abfragen

Gartner sagt voraus, dass 40 Prozent der Unternehmen bis 2029 graphbasierte Wissenssuche (GraphRAG) nutzen werden. Der Einsatz von Agentic Data Streaming soll bis zum Jahr 2028 bereits 60 Prozent überschreiten. Diese Zahlen skizzieren eine Architektur-Landschaft, die sich fundamental von heutigen Warehouse- und Lake-Strukturen unterscheidet.

Die Prognosen basieren laut Gartner nicht auf Herstelleraussagen, sondern auf eigener Marktbeobachtung und Kundenbefragungen. Sie liefern Orientierung für strategische Technologie-Entscheidungen und sollen verhindern, dass Unternehmen an der Realität vorbeiplanen. Die Botschaft: Datenarchitekturen müssen für autonome Systeme ausgelegt sein. Governance verschiebt sich von Zugriffsrechten zu Entscheidungsregeln. Semantische Schichten ersetzen starre Datenmodelle. Die Frage ist nicht mehr: „Wo speichern wir Daten?“, sondern: „Wie orchestrieren wir Kontext für KI-Agenten?“

. . .


Artikel teilen