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„Java Microservices and Containers in the Cloud“ von B. Christudas

Die Microservices-getriebene Architektur hat sich in den letzten Jahren als Quasi-Standard im Bereich der Entwicklung, insbesondere im Bereich der für Java-Entwickler wichtigen Enterprise-Applikationen, durchgesetzt. Binildas Christudas liefert nun ein gut 850 Seiten langes Lehrbuch, das eine umfangreiche Betrachtung sowohl der theoretischen Thematik als auch der diversen zu ihrer Umsetzung verwendeten Softwareprodukte versucht.

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Tam Hanna

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  • 13.07.2026
  • Lesezeit: 5 Minuten
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Das erste Kapitel wirft einen allgemeinen Blick auf die Thematik und geht beispielsweise auf die verschiedenen Konsistenzarten ein. Für die ersten Gehversuche kommt die eigentlich seit 2005 bekannte Ports-and-Adapter-Architektur zum Einsatz. Programmiertechnisch findet sich hier insofern nicht viel Überraschendes, als Spring Boot und Spring Cloud zur Realisierung einer kleinen In-Memory-Datenbank verwendet werden.

Im Rahmen der Erweiterung zu MongoDB erklärt der Autor dann – durchaus gekonnt – die Rolle verschiedener Web-Technologien im Bereich der Microservices; quasi nebenbei erklärt Christudas auch die (umfangreichen) in Spring Boot und Co. enthaltenen Entwickler-Hilfswerkzeug. Insbesondere für Autodidakten sind diese Überlegungen sehr wertvoll, da man sich die diesbezüglichen Technologien im Selbststudium nur schwer aneignen kann, weil man die oft gut versteckten Werkzeuge nicht durch Herumstöbern findet.

In der Praxis haben sich die Onion- und die Hexadiagonal-Architektur etabliert – die darauf folgenden Kapitel stellen diese vor, um danach auf die nachrichtenorientierte Koppelung der verschiedenen Microservices einzugehen. Besonders lobenswert empfand der Rezensent, dass sich in diesem Abschnitt auch umfangreiche Überlegungen zu Parallelisierung, beispielsweise in Apache Kafka, vorfinden.

Aufgrund der Bedeutung – nachrichtenbasierte Programme sind auch mehr als zehn Jahre nach dem Erscheinen von Ted Faisons Klassiker aus der Welt der Informatik nicht wegzudenken – folgt darauf eine Gruppe an Kapiteln, die die verschiedenen Spielarten der nachrichtenbasierten Integration von Microservices detailliert durchdeklinieren.

Im Zeichen des Containers

Eine der Weiterentwicklungen der Systemtechnik, die Microservices-basierte Systeme überhaupt erst möglich machten, waren Containertechnologien. Der zweite Teil des Buchs wendet sich dieser Thematik zu. Nach einer durchaus detailreichen Vorstellung und Erklärung der im Hintergrund stattfindenden Konzepte (Stichwort beispielsweise Layers) zeigt Christudas, wie man Java-Applikationen dank Docker kompilieren und ausführen kann, ohne dass die lokale Workstation irgendwelche Java-relevanten Komponenten aufnehmen muss.

In diesem Teil kommen fortgeschrittene Themen wie die Interaktion mit dem Cloud-Repositorium Docker Hub oder das Jib-Framework zur Sprache. Die nächste Runde ist dann die Realisierung von Docker-Containern, die verschiedene für Microservices typische Payloads aufnehmen. Unter anderem findet sich hier eine Besprechung von Methoden zur Vernetzung von in verschiedenen Containern lebenden Systemen, die zwecks Erfüllung einer gemeinsamen Aufgabe Kontakt zueinander aufnehmen müssen.

Das manuelle Hoch- und Herunterfahren von Containern kommt irgendwann an seine Grenzen. In diesem Fall empfiehlt sich die Verwendung von Docker Compose, die in einem Kapitel anhand verschiedener Datenbank-Systeme (wie PostGreSQL und Kafka) durchgespielt wird. Wie im Rest des Lehrbuchs gelingt dem Autor auch hier die Balance zwischen zu viel und zu wenig Code, das Buch ist ausreichend detailliert, sodass man auch ohne permanentes Nachprogrammieren der vorgestellten Konzepte einen guten Überblick darüber bekommt, was der Autor an Lehrstoff zu vermitteln sucht.

Im Strom der Komplexität

Ab einem gewissen Komplexitätsgrad des Gesamtsystems sind die in Docker Compose angebotenen Möglichkeiten zur Orchestrierung nicht mehr ausreichend. In diesem Fall schlägt die Stunde von Kubernetes, ein System, um das sich der logisch dritte Teil des Lehrbuchs dreht.

Vom didaktischen Aufbau her orientiert sich der Autor dabei an der aus dem vorhergehenden Teil bekannten Vorgehensweise. Nach einer durchaus detaillierten Erklärung der Architektur folgt im ersten Schritt die Realisierung gewöhnlicher Microservices. Im nächsten Schritt kommt die nachrichtenorientierte Verbindung dieser Dienste miteinander zur Sprache. Zu guter Letzt finden sich dann noch Ausführungen zu Continuous Integration/Continuous Development und der automatisierten Auslieferung von Kubernetes-Containern unter Nutzung von Helm.

Microservices sind mehr

Die „praktische“ Inbetriebnahme Microservices-basierter Systeme und Architekturen erfolgt nur allzu oft unter Verwendung eines Cloud-Providers. Der Autor beschränkt sich in seinem Lehrbuch – aufgrund der Länge ist dies verzeihbar – ausschließlich auf die diversen Angebote in der Cloud von Amazon. Neben einer Einführung in die AWS Elastic Compute Cloud findet sich auch eine durchaus gelungene Kurzbesprechung der AWS Elastic Kubernetes Services.

In der Praxis benötigt man insbesondere als angehender Entwickler verschiedenste Werkzeuge. Der logisch letzte Teil des Lehrbuchs wendet sich deshalb Systemen wie Curl, MongoDB und PostGreSQL zu. Die diversen Anhänge demonstrieren die jeweiligen Features kurz, aber ausreichend umfassend.

Ähnliches gilt für die Installationsanleitungen für Kafka, die Besprechung der verschiedenen AWS-Environments und die Containerverwaltung. Zu kritisieren ist in diesem Bereich lediglich, dass sich der Autor auf Mac OS fokussiert – unter Windows und Linux arbeitende Entwickler sind klar nicht Teil der Zielgruppe.

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Titel: Java Microservices and Containers in the Cloud

Autor: Binildas A. Christudas

Seiten: 872

Verlag: Apress

Jahr: 2024

ISBN: ‎979-8868805547

Fazit

Die Microservices-basierte Art der Entwicklung ist – offensichtlich – gekommen, um zu bleiben. Apress liefert ein durchaus umfangreiches Lehrbuch, das die verschiedenen Ökosystem-Player und Spielarten vorstellt. Wer eine umfassende Einführung in die Thematik benötigt, wird den Kauf mit Sicherheit nicht bereuen.

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Tam Hanna

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Tam Hanna beschäftigt sich mit der Programmierung von Mobilcomputersystemen und dem Design/Prototyping von Prozessrechnern und IoT-Systemen.


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